1964/65 verbrachte ich zum Abschluss meiner Schulkarriere ein Jahr in der berühmt berüchtigten Rütli Oberschule. Eigentlich mein bestes Schuljahr. Ich traf plötzlich auf intelligente nette Lehrer. Der Schulknoten platzte. Ohne Vorwarnung besserten sich meine Zensuren schlagartig. Alles war mit einem mal so einfach. Ich wurde zu einem der besten Schüler in meiner Klasse, so dass sich mein Klassenlehrer berufen sah, mich eindringlich darauf hinzuweisen, dass ich trotz Sitzenbleibens die Schule weiter besuchen könne und sollte. Leider hatte ich nicht auf ihn gehört.

 

Die große Freiheit lockte. Auch war meine Mutter sehr dem Gedanken zugetan, dass ich bald mein Futter selber verdienen könne. Schließlich wollte sie auch mal leben, mit dem gesparten Geld. Mit dem Eintritt ins Berufsleben, griff ich erst mal voll daneben. Der Job als Bürokaufmann war für mich wie unschuldig im Knast sitzen. Nach drei Monaten hatte ich die Gitterstäbe vor dem Bürofenster satt, brach aus  und  versuchte  mich  als Fotograf.

Aber leider hatten meine Eltern versäumt mir die nötigen Umgangsformen mit Besserverdienenden beizubringen. Diesmal warf mein Lehrmeister entnervt das Handtuch.

Die folgende Lehre als Schilder- und Lichtreklamehersteller schloss ich erfolgreich ab.

Das Abenteuer Leben begann nun Fahrt aufzunehmen. Ich arbeitete in meinem erlernten Beruf und verzierte Giebelwände, Lieferwagen und Geschäfte mit Werbung.

Mein Vater starb 1970 im Alter von 72 Jahren. Da zur damaligen Zeit uneheliche Kinder nicht erbberechtigt waren, mussten wir Haus und Grundstück in Rudow verlassen. Während sich seine Mischpoke auf das Erbe stürzte. Bei der Beerdigung hatte man mir generös  seine alte Armbanduhr überreicht.

Ein halbes Jahr später verließ ich Berlin und arbeitete als Discjockey in: Passau, Starnberg, Schorndorf (Stuttgart), Meppen, Ansbach, Dortmund, Bielefeld.

 

Mein erster Job alsDiscjockey 
im Starnberger „White Horse Club“